Boermans and De Groot stehlen die Show in Gstaad

11.07.2021 - Wien, Österreich

Die Niederländer sorgten durch ihren Sieg in den Schweizer Alpen für Aufsehen

Da das Vier-Stern Turnier in Gstaad das letzte große Turnier vor den Olympischen Spielen war, richteten sich alle Augen in dem malerischen Schweizer Alpendorf verständlicherweise auf die Teams, die in naher Zukunft die Reise nach Tokio antreten werden.

Entgegen aller Erwartungen waren es aber die Niederländer Stefan Boermans und Yorick de Groot, die für Sensationsmeldungen sorgten, als sich die beiden, die auf Platz 41 der Weltrangliste geführt wurden, überraschend Gold sicherten.

Der 26-jährige Boermans und der 21-jährige de Groot schlugen das derzeit wohl stärkste Team der Welt, Cherif Younousse und Ahmed Tijan, nicht nur einmal, sondern gleich zweimal. Die beiden, die erst seit März zusammen auf Medaillenjagt gehen, konnten die Kataris unter anderem im Spiel um die Goldmedaille (23:21, 19:21, 15:10) besiegen und die heiß begehrten Kuhglocken, die in Gstaad für Podiumsplätze vergeben werden, mit nach Hause nehmen.

„Wir haben gegen sie bereits in der Gruppe gespielt und wussten, wie gut sie sind“, sagte De Groot. „Wir mussten unser Top-Spiel bringen, um zu gewinnen. Wir haben gegen Ende die Ruhe bewahrt und unser Spiel weitergespielt und uns auf unsere Seite des Netzes konzentriert. Ich glaube, es war ein unglaubliches Spiel auch für die Zuseher und ich kann immer noch nicht glauben, dass wir es gewonnen haben, es fühlt sich unwirklich an.“

Bei den Herren konnte sich mit den amtierenden Weltmeistern Oleg Stoyanovskiy und Viacheslav Krasilnikov, die sich im rein russischen Spiel um die Bronzemedaille gegen ihre Landsleute Nikita Liamin und Taras Myskiv klar in zwei Sätzen (23-21, 21-18) durchsetzten, noch ein weiteres europäisches Team eine Medaille sichern.

Bei den Frauen belegten brasilianische Teams die ersten beiden Plätze auf dem Podium, nachdem Agatha Bednarczuk und Duda Lisboa ihre Landsfrauen Ana Patricia Ramos und Rebecca Cavalcanti mit 2:0 (23-21, 21-18) besiegten.

„Das ist so aufregend“, sagte Duda. „Es ist unser erstes Gold hier in Gstaad, einer Stadt, die sehr schön ist und eine der besten Atmosphären für uns zum Spielen hat. Es war ein sehr emotionales Turnier und für uns ist es etwas ganz Besonderes, im letzten Turnier vor Tokio Gold zu gewinnen.“

Ein europäisches Team schaffte es bei den Damen ins Kleine Finale, aber die Europameisterinnen von 2019, Tina Graudina und Anastasija Kravcenoka aus Lettland, mussten sich schlussendlich gegen die amtierenden Weltmeisterinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada in drei Sätzen (13-21, 21-13, 15-17) geschlagen geben und wurden Vierte.

„Wir haben es geliebt, vor den Fans zu spielen und ihre Energie zu spüren“, sagte Graudina. „Wir haben das Match nicht gut begonnen, aber ab dem zweiten Satz haben wir es geschafft, den Spielplan unseres Trainers zu befolgen und unsere Fehler zu reduzieren.“

Bis zum Beginn der Olympischen Spiele am 24. Juli finden noch einige World Tour-Turniere statt. Bereits nächste Woche gehen drei Turniere, davon zwei Ein-Stern Bewerbe in Europa – ein Damen- und Herrenturnier in Leuven, Belgien, und ein reines Männerturnier in Sofia, Bulgarien, über die Bühne. Ein Zwei-Stern Turnier in Rubavu, Ruanda, führt die Herren und Damen außerdem zum ersten Mal in dieser Saison nach Afrika.