Eine Niederlage, die sich wie ein Sieg für Ermacora anfühlt

12.08.2021 - Wien, Österreich

Nachdem er fast nicht an der Beachvolleyball EM teilnehmen konnte, gibt der österreichische Star sein Debüt in der Red Bull Beach Arena

Der österreichische Star Martin Ermacora wusste bis Mittwoch noch nicht, ob er bei dem für ihn wichtigsten Turnier des Jahres, dem A1 CEV Beach Volleyball Europameisterschaften Wien 2021 presented by Swatch, antreten kann.

Der 27-jährige Blocker, der vor einigen Tagen in einem Autounfall verwickelt war und mit den Folgen einer Gehirnerschütterung sowie eines Schleudertraumas zu kämpfen hatte, schlug mit seinem Partner Moritz Pristauz am Donnerstag, dem ersten Tag des Männerturniers in der österreichischen Hauptstadt, in der Red Bull Arena auf.

Trotz hartem Kampf unterlagen die Österreicher in Pool H den Belgiern Dries Koekelkoren und Tom van Walle in einem knappen Drei-Satz-Spiel (15-21, 21-16, 15-13). Nach den letzten Tagen in Ungewissheit konnten sie nicht stolzer sein, auf dem Platz zu stehen.

"Für den ersten Auftritt und wenn man bedenkt, unter welchen Umständen wir uns auf dieses Turnier vorbereitet haben, können wir recht zufrieden und stolz auf unsere Leistung sein", reflektiert Ermacora. "Einen Satz lang musste ich mich erst ans Stadion gewöhnen, weil ich noch nie dort war und auch nicht dort trainiert habe. Überhaupt habe ich nur einmal in den letzten Tagen trainiert. Ich musste mich erst an die Bedingungen, an die Metrik des Stadions und an den Wind gewöhnen."

Eine Sache, mit der der Österreicher mit Sicherheit nicht zu kämpfen hatte, war die bedingungslose Unterstützung von den vollbesetzten Tribünen der Red Bull Beach Arena.

"Die Fans waren so laut, dass wir schreien mussten, um uns am Feld zu verständigen", erklärte er. "Ich habe immer noch Gänsehaut! Besonders heute, nachdem ich in den letzten Wochen ein wenig krank und verletzt war, haben sie mir so viel Energie gegeben, um ins Spiel zu kommen."

Die Österreicher müssen nun in ihrem zweiten Spiel am Donnerstag die Weißrussen Aliaksandr Dziadkou und Pavel Piatrushka schlagen, um im Turnier zu bleiben. Unabhängig davon, wie ihre Reise in Wien endet, werden sie stolz darauf sein,gemeinsam am Platz gestanden zu haben.

"Wir gehen mit nicht sehr hohen Erwartungen in dieses Turnier, also versuchen wir einfach unser Bestes zu geben und Punkt für Punkt zu holen", erklärt Pristauz die Herangehensweise. "Martin hatte in dieser Saison nicht so viel Glück mit all den Verletzungen und Rückschlägen, ich bin aber wirklich stolz darauf, wie er damit umgeht - nicht nur körperlich, sondern auch mental."