Österreichs Damen sichern sich Platz im Halbfinale

04.08.2022 - Wien, Österreich

Ein Spiel der Sonderklasse wurde den Fans auf den Zuschauerrängen geboten - #goosebumpsdontlie stand am Programm

Zwei aufeinanderfolgende Spiele mit österreichischer Besetzung heizten am Donnerstagnachmittag die Red Bull Beach Arena so richtig ein. Am frühen Abend ging das zweite Viertelfinale der Damen über die Bühne, in dem die Alpenländerinnen ihr Können unter Beweis stellen mussten.

Zunächst wurden die Klinger-Schwestern ins Match geschickt und trafen auf dem Center Court auf die Niederländerinnen Van Driel E./Ypma. Die frisch von einem Magen-Darm-Virus genesene Dorina Klinger dürfte sich nach ihrem Zusammenbruch nach dem Match am Dienstag schnell wieder erholt haben, denn nach dem anfänglichen Vorsprung der Niederländerinnen im ersten Satz, holte Dorina den entscheidenden Punkt für einen Gleichstand bei 5:5. Eine technische Auszeit erfolgte bei 11:10 für die Niederländerinnen. Ein Ace Service von Klinger R. sorgte für den ausgleichenden Punkt auf 12:12. Mit gepushtem Ego schaffte das Geschwisterduo den Vorsprung auf 13:12, weshalb sich die niederländischen Damen zu einer Timeout entschieden. Mit dem Ausgleich der Niederländerinnen bei 14:14 begegneten sich die beiden Teams wieder auf Augenhöhe. Ein spannendes Sideout für Sideout folgte. Nach einem neuerlichen Ace Service von Klinger D. gelang den Österreicherinnen ein 2-Punkte-Vorsprung auf 18:16. Die Stimmung der tobenden Fans im vollbesetzten Stadion verhalf den Gastgeberinnen im Spiel zum ersten Satzball, der zunächst auf niederländischer Seite abgewehrt wurde. Beim zweiten Satzball klappte es dann aber und unsere Damen holten sich den ersten Satzsieg mit einem Punktestand von 21:19.

Mit einem Ace Service leitete Ronja mit Bravour den zweiten Satz ein. Unsere Heimatdamen verlangten eine Challenge, nachdem das Service der Gegnerinnen im Out vermutet wurde, allerdings erfolglos. Ein Punkt wurde somit an die Niederländerinnen verschenkt. Dies kratzte dennoch nicht am Selbstbewusstsein der Damen, da sie unmittelbar danach mit starken Aktionen brillierten und wieder in Führung gingen. Spielstand 6:2, die Niederländerinnen verlangten nach einer Auszeit. Die kurze Pause führte nicht zur gewünschten Wende, denn die Klinger-Schwestern behielten weiterhin die Nase vorne. Eine weitere Challenge wurde bei 8:5 verlangt, dieses Mal allerdings von den Niederländerinnen, die einen Netzfehler beanstandeten, der stattgegeben wurde. Anlass zu einer kurzen Diskussion mit dem Schiedsrichter für Klinger D. und dem Verlangen nach einer weiteren Challenge, die allerdings erfolglos verlief und somit ein Punkt an die Gegnerinnen verschenkt wurde. Nach einem Ausgleich bei 9:9, übernahmen die Klinger-Schwestern wieder die Führung und bei 11:10 ging es für die Damen in die technische Auszeit. Ein Satz der Challenges, wie es scheint, denn bei Punkt 11:11 wurde wiederum von den Niederländerinnen eine Video-Challenge einberufen, ob das Service ins Out ging. Challenge abgelehnt: Die Österreicherinnen gewannen einen Punkt dazu. Nach einem starken Angriff und einem Block von Ypma holten die Niederländerinnen die Österreicherinnen ein. Zeit für eine Auszeit beschloss das Geschwisterduo bei 14:12 und einem Rückstand von zwei Punkten, der danach wieder aufgeholt werden konnte. Unentschieden bei Punktestand 14:14. Die Niederländerinnen holten das österreichische Team ein. Team Österreich verlangte nach einem Block von Ypma die Challenge aufgrund vermuteter Netzberührung, leider erfolglos. Den Vorsprung konnten Van Driel E./Ypma zum ersten Satzball bei 20:18 ausbauen, welcher gekonnt abgewehrt wurde. Dennoch gelang den Niederländerinnen beim zweiten Versuch der Satzball und sie holten sich den Sieg bei 21:18. Das ohnehin schon Gänsehaut bringende Match bekam also einen dritten Satz!

Dieser startete ausgeglichen mit einem konstanten, abwechselnden Punkteausgleich. Niemand schaffte es so richtig das Ruder zu übernehmen. Endlich stellte sich dann nach einem Block von Klinger D. ein 2-Punkte-Vorsprung der Österreicherinnen bei 8:6 ein. Van Driel E./Ypma verlangten bei einem 3-Punkte-Rückstand (10:7) nach einer Auszeit und sicherten sich unmittelbar danach zwei Punkte. Die Klingerschwestern gaben weiterhin Alles, um die tobende Masse im Stadion nicht zu enttäuschen und erkämpften sich wieder die Führung. Nach einer Netzberührung von Ypma und einem Schuss ins Netz von Van Driel E. kam es zum Satzball. Geschafft – und sichtlich erleichtert! Die Klinger-Schwestern sicherten sich den Sieg des ersten Matches mit einem Punktestand von 15:9 nach dem dritten Satz.

Eine starke Ansage der Klinger-Schwestern an ihre österreichischen Team-Kolleginnen Plesiutschnig/Schützenhöfer, was durchaus ordentlich Druck für das zweite Match mit sich bringt! Sie trafen auf Van Driel M./Piersma und starteten ausgeglichen in den ersten Satz. Dem abwechselnden Punkteausgleich lieferten sich die zwei Teams bis zu einem Gleichstand von 9:9, danach hatten die niederländischen Damen die Nase vorne. Technische Auszeit folgte bei 11:10 für die Niederländerinnen, danach holte Plesiutschnig mit zwei aufeinanderfolgenden, einwandfreien Services Punkte ein. Auch Schützenhöfer zeigte starke Attacken und erzielte damit einen Vorsprung bei 15:14. Die Niederländerinnen gingen in die Auszeit. Die Führung blieb allerdings weiterhin bei den Alpenländerinnen – hörbar und sichtlich zur Freude der Zuseher/innen. Ausgleichender Punkt für die Niederländerinnen bei 18:18. Österreich berief eine Auszeit ein. Bei Punktestand 20:18 für die Niederländerinnen verlangte das österreichische Team eine Challenge, es stellte sich die Frage nach „ball in/out“ – abgewiesen! Der Block von Van Driel M. sicherte den Niederländerinnen den ersten Satzsieg.

Das niederländische Team startete souverän in den zweiten Satz, das ließ die Kämpfernatur der beiden Österreicherinnen nicht kalt und nach zwei starken Services holten sie ihre Gegnerinnen wieder ein. Ausgleich bei 4:4 und 2-Punkte-Vorsprung bei 8:6. Ein spannender Punktewechsel folgte bis zur technischen Auszeit bei 11:10 für die Österreicherinnen. Zwei starke diagonale Shots und ein Block auf Seiten der Niederländerinnen brachten ihnen den Vorsprung zurück. Timeout für Österreich bei 13:11 für die Niederlande. Die jubelnde Menge lieferte die notwendige Motivation für die Österreicherinnen, sie kämpften sich zurück und glichen bei 17:17 aus. Das veranlasste die Niederländerinnen zu einer Auszeit. Zwei taktisch gut gelöste Shots heimsten den Gastgeberinnen zwei weitere Punkte ein. Sie gingen somit in Führung und hatten ihren ersten Satzball bei 20:18 – dieser wurde allerdings abgewehrt. Der zweite saß! Plesiutschnig/Schützenhöfer schafften den Satzsieg mit 21:19.

Mit Standing Ovation und tobendem Applaus wurden die Spielerinnen in den dritten Satz geklatscht. Es blieb spannend! #goosebumpsdontlie! Eine Challenge wurde vom niederländischen Team bei 3:3 einberufen, abermals wurde nach „ball in/out“ gefragt – Challenge erfolglos lautete das Ergebnis. Dennoch behielten sie die Nase vorne. Bei Punktestand 7:5 für die Niederländerinnen nahmen sich die Österreicherinnen eine Auszeit und kamen gestärkt zurück, Ausgleich bei 7:7. Dies forderte einen abwechselnden Punkteausgleich auf beiden Seiten heraus. Nach einem langen Ballwechsel gingen die Niederländerinnen bei 10:9 in Führung. Österreich verlangte bei Punktestand 11:9 eine Challenge, es wurde ein Block Touch vermutet, unrichtigerweise, denn die Challenge verlief erfolglos und kostete den Österreicherinnen einen wertvollen Punkt. Alle Zeichen standen bereits auf ein Golden Set, das sich beim Satzball von 14:10 bewahrheitete und den Niederländerinnen den Sieg des zweiten Matches einbrachte.

Die Coaches entschieden sich unabhängig voneinander für die beiden zweitgesetzten und im zweiten Match gespielten Damen für das alles entscheidende Golden Set im zweiten Viertelfinale der Damen. Knapp fünf Minuten Pause wurde den beiden Teams gegönnt, bevor es losging. Plesiutschnig/Schützenhöfer leiteten das Golden Set souverän mit drei aufeinanderfolgenden Punkten ein. Zu viel des Guten für die Niederländerinnen, die eine Auszeit in Anspruch nahmen. Die Österreicherinnen konnten ihren Vorsprung weiter auf einen Punktestand von 5:0 ausbauen, erst danach fanden die Gegnerinnen ins Spiel und holten sich ebenfalls drei aufeinanderfolgende Punkte. Timout für Österreich! Ein Spiel der Sonderklasse wurde den Fans in den Zuschauerrängen geboten. Mit einem Ace Service von Piersma gelang den Niederländerinnen der Punkteausgleich bei 5:5. Es folgte weiterhin ein spannender Ballwechsel bis zum erneuten Gleichstand von 8:8. Die Fans lieferten unseren rotweißroten Damen die notwendige Unterstützung, als die Niederländerinnen in Führung gingen. Ausgleich bei 12:12. Plesiutschnig/Schützenhöfer verlangten nach einer weiteren „ball in/out“-Challenge, die jedoch erfolglos verlief. Mutig, denn der Punktestand belief sich nun auf 13:12 für die Niederlande. Das ließen die Österreicherinnen nicht auf sich sitzen und es gelang ihnen in den letzten Spielminuten das Unfassbare, indem sie die Punkte wieder wettmachten und das Golden Set mit 15:13 für sich entschieden.

Die Freude der vier österreichischen Damen war ihnen ins Gesicht geschrieben.  „Zum Schluss gelang mir der Block und Katharina hat wahnsinnig gut verteidigt. Und ihr wart der Wahnsinn. Danke!“, rief Lena Plesiutschnig sichtlich erleichtert in die jubelnde Menschenmasse im Stadion.