Herrera und Gavira blicken auf den Titel 2013 zurück

18.05.2021 - Wien

Der Triumph in Klagenfurt war der spektakulärste ihrer Karriere.

Adrian Gavira und Pablo Herrera sind Teil der längsten Männerpartnerschaft im internationalen Beachvolleyball. Sie haben bereits 143 Turniere gemeinsam bestritten, und man sollte annehmen, dass es ihnen nicht leicht fallen würde, zu bestimmen, welches davon das Prägendste war.

Doch wenn man den Spaniern diese Frage stellt, werden sie nicht einmal blinzeln, bevor sie antworten.

"Die Europameisterschaft 2013 in Klagenfurt", sagte uns der 33-jährige Gavira. "Das war der wichtigste Sieg, den wir als Team je hatten. Pablo hatte sich im Jahr zuvor einer Knieoperation unterzogen und wir hatten schreckliche Monate vor dem Event. Wir haben alle unsere World Tour Startplätze verloren und es war wie ein Neustart. Wir haben viel durchgemacht und diese Situation umzukehren, hat uns nur stärker gemacht."

 

Die Spanier hatten in der Tat ein paar harte Monate, die zu diesem Ereignis in Österreich führten. Herrera, der damals 30 Jahre alt war, wurde nach den Olympischen Spielen in London 2012 am rechten Knie operiert und seine Rückkehr in den Wettkampfmodus verlief nicht so reibungslos, wie es sich der Olympia-Silbermedaillengewinner von Athen 2004 vorgestellt hatte.

Das Team kämpfte bei seiner Rückkehr in den Sand und holte zwei 25. und zwei 17. Plätze bei seinen ersten World Tour Events nach seiner Operation. Die Ergebnisse in ihrer sicherlich schlechtesten Form brachten sie zum ersten und bisher einzigen Mal in ihrer 13-jährigen Partnerschaft in die Qualifikationsrunde.

Aber als der Sommer kam, begannen sich die Dinge für die Spanier zu ändern.

"Es war ein fantastischer einmonatiger Zeitraum für uns zwischen Juli und August, alles änderte sich", fügte Gavira hinzu. "Wir wurden Fünfter bei den Weltmeisterschaften in Polen und dann ein weiteres Mal Fünfte in Gstaad. Wir gingen in die Vereinigten Staaten und holten Silber in Long Beach und gewannen dann die Europameisterschaft in Klagenfurt. Danach holten wir noch eine Medaille, Bronze in Berlin. Es war etwas ganz Besonderes, bei diesen Events wieder auf dem Podium zu stehen, und der Europameistertitel war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen."

Fast zehn Jahre später kehren die Spanier in diesem Sommer in einer anderen, viel besseren Situation nach Österreich zurück. Praktisch qualifiziert für die Olympischen Spiele in Tokio, die ihre dritten als Team sein werden, glauben Herrera und Gavira, dass die A1 CEV Europameisterschaften Wien 2021, die vom 11. bis 15. August stattfinden werden, eine der wettbewerbsfähigsten Ausgaben der EuroBeachVolley überhaupt sein könnte.

Da sich Wien nach der erfolgreichen Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2017 und der Majors 2018 und 2019 als Top-Standort für internationalen Beachvolleyball etabliert hat und die Elite des Kontinents direkt nach den Spielen zum Turnier anreist, glauben die Spanier, dass es keinen Mangel an Konkurrenz für den kontinentalen Titel geben wird.

"Österreich ist einfach der perfekte Ort für diese Turniere", fügte der Veteran hinzu. "Die Organisatoren und die Fans sind fantastisch und es ist immer etwas Besonderes, wenn wir die Chance haben, dort anzutreten. Ich erwarte, dass die Teams in sehr guter Form nach Wien kommen, denn die Olympischen Spiele sind das Ziel, auf das wir alle in den letzten fünf Jahren hingearbeitet haben. Die Europameisterschaft zu gewinnen, ist etwas Besonderes und ich bin sicher, dass jedes Team alles geben wird, um das zu erreichen."

Die Spanier sind, wenn man ehrlich ist, echte Experten, wenn es um den EuroBeachVolley geht. Während Herrera mit 16 Einsätzen mit dem Österreicher Clemens Doppler als aktiver Spieler mit den meisten Auftritten bei dem Event gleichzieht, liegt Gavira mit 11 Einsätzen nicht allzu weit zurück.

Die beiden haben so gut wie jede mögliche Platzierung erreicht und neben ihrem Sieg 2013 auch zwei Bronzemedaillen gewonnen, aber, was vielleicht am wichtigsten ist, sie haben den großen Wandel, den der europäische Beachvolleyball in den letzten 15 Jahren durchgemacht hat, aus erster Hand miterlebt.

"Wir haben seit 2009 nur eine Ausgabe des Events verpasst und es ist großartig zu sehen, dass wir nach so langer Zeit immer noch in der Lage sind, uns mit den Besten des Kontinents zu messen", erklärte Gavira. "Der europäische Beachvolleyball-Sport hat sich so sehr verbessert und um das zu erkennen, muss man sich nur die Weltrangliste anschauen. Die Europameisterschaften sind jetzt genauso konkurrenzfähig wie jedes World Tour Event und es gibt so viele Teams, die Medaillen gewinnen können, das ist erstaunlich."